Die letzten Wochen sind gekennzeichnet durch das Auftreten der Corona-Mutation „Omikron“, die „Delta“ im Infektionsgeschehen ablöst. Wobei das Wort Infektionsgeschehen schon strittig ist.
Die enorm gesteigerte Testung von jungen Menschen und Beschäftigten – ohne Krankheitssymptome – hat zu einer riesigen Steigerung der sogenannten „Fallzahlen“ geführt. Unter „Fall“ versteht man seit Beginn der Corona-Pandemie einen Menschen, der nach einem hochsensiblen PCR-Test ein positives Ergebnis mitgeteilt bekommt. Diese Definition eines „Falls“ ist seit langer Zeit hoch umstritten, wenn der Test Menschen ohne Krankheitsymptome als „infiziert“ kennzeichnet mit Auswirkungen wie Quarantäneanordnungen und evtl. Schließung von Arbeitsstätten.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits 2020 empfohlen, nur Menschen mit Krankheitssymptomen einem solchen Test zu unterziehen, mit anderen Worten: Nur Kranke sollte man testen.
Gleichwohl glauben viele Entscheidungsträger in Behörden und Parlamenten und professionelle Berichterstatter bis heute, dass ein positiver PCR-Test einen Krankheitsfall bedeutet. Das ist leider zu einem Dogma der öffentlichen Diskussion ausgeartet. Und Dogmen verhindern, dass man klüger wird.
Diese Mutation namens Omikron tauchte erstmals im Dezember in Südafrika auf. Ihre hervorstechendste Eigenschaft ist die enorm schnelle Verbreitung (was wiederum durch Testungen festgestellt wurde) wie auch die vergleichsweise geringe Gefährlichkeit für Menschen mit einem funktionierenden Immunsystem. Die Krankenhausfälle sind stark zurückgegangen, die Krankheitsausgänge deutlich weniger schwerwiegend.
Omikron ist eine gute Nachricht, eine extrem gute. Bleibt zu hoffen, dass sie auch in Deutschland verstanden wird. Denn die „Fall“zahlen und das Krankenhausgeschehen haben sich völlig entkoppelt. Ganz gleich, wie hoch die Zahlen sind, die das RKI täglich als Fallzahlen bekannt gibt, schwere Verläufe und Todesfälle sind rasant zurückgegangen, so dass es nur noch wenig Todesfälle gibt, die sich auf die Omikron-Mutante zurückführen lassen.
Es wird auch in Zukunft Atemwegsinfekte geben, die bei einigen sehr kranken hochaltrigen Menschen zum Tode führen werden. In jedem Einzelfall ist das zu bedauern, doch wir werden es nicht ändern können.
Südafrikanische Ärzte berichteten gleich von unkomplizierten Verläufen, die noch hinter leichten Grippewellen zurückblieben. In Europa mochte man das gar nicht glauben, denn das käme ja einem Wunder gleich.
In Ländern, deren Medizinstatistik viel besser als Deutschlands ist wie Großbritannien oder Dänemark, werden diese südafrikanischen Berichte trotzdem bestätigt.
Beide Staaten haben die Omikron-Variante trotz hoher „Fall“-Zahlen entspannt betrachtet. Dänemark hebt alle Maßnahmen wie Tests, 2G und Maskengebote zum 1. Februar 2022 auf. In England, das die Maskenpflicht bereits im Juni 21 aufgehoben hatte, fallen demnächst die letzten Vorgaben wie die Einführung eines verbindlichen „Impfpasses“, den die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gerade mit Nachdruck betreibt.
Schweden hat von Anfang an einen völlig anderen Weg gewählt und die Pandemiebekämpfung mit Empfehlungen verknüpft – in Gänze gesehen mit weitaus besseren Ergebnissen ohne die verheerenden Begleiterscheinungen für das öffentliche Leben und die Wirtschaft.
Auch Israel und Spanien wollen Covid-19 künftig wie eine ganz normale Grippe behandeln, was das öffentliche Gesundheitswesen angeht.
In allen Ländern leeren sich die Intensivstationen von Patienten mit Covid-19. Allerdings nimmt die Zahl der Krankenhauspatienten mit positivem Omikron-Test wie in Deutschland schnell zu, sozusagen vielfach als „Beifang“, als begleitende Feststellung. Viele Patienten sind nicht wegen Covid-19 im Krankenhaus, sondern aus ganz anderen Gründen. Trotzdem müssen sie – zumindest bei uns – wie hochansteckende Covid-Patienten behandelt werden, was für Ärzte und Pfleger eine enorme Belastung bedeutet.
Sinnvoll wäre es wohl, nur noch die tatsächlich mit Covid-19-Erkranken auf diese Weise zu behandeln.
Viele Kritiker der deutschen Corona-Vorsichtsmaßnahmen fordern, die staatlichen Maßnahmen zu beenden und Covid-19 wie eine ganz normale Krankheit ärztlich zu versorgen.
Das leichte Coronavirus mit der Bezeichnung Omikron kann man nach diesen Wissenschaftlern als Ende der Pandemie und Eintreten einer großen Immunität unter der Bevölkerung betrachten und sich auch so verhalten. Schließlich ist nicht zu erkennen, dass die Menschen in Deutschland sich irgendwie von denen in Schweden, Großbritannien, Dänemark, Spanien oder Israel unterscheiden.
Für die eingeführten staatlichen, nicht-medizinischen Bekämpfungsmaßnahmen wie Lockdowns, Versperren von Behörden und Geschäften für nicht-mRNA-Geimpfte (die man in großer Zahl bis vor zwei Jahren schlicht als „GESUND“ bezeichnet hätte) gibt es danach keinen vernünftigen Grund mehr – wenn sie denn je einen rationalen medizinischen Grund gehabt haben sollten.
Als Lösung sollte man die derzeitigen staatlichen Vorschriften in Empfehlungen umwandeln und das Frühjahr kommen lassen, in dem auch Omikron verschwindet. Im Herbst tritt dann dieses Virus oder eine noch leichtere Variante davon auf, vielleicht auch mal wieder eine Influenza.
Einen besseren Grund als Omikron, die Pandemiemaßnahmen zu beenden, wird es nicht mehr geben.
Uwe Harden 25.1. 2022
Literaturlinks hierzu
EU in Bewegung: Spanien will Corona zur Grippe erklären
Aktuelle Daten aus Schottland: Omikron Welle ist vorbei, Geimpfte häufiger betroffen
Im Vereinigten Königreich ist die Omikron-Welle durch – wenig Grund zur Beunruhigung
Vergleich mit vorigen Varianten zeigt völlige Harmlosigkeit von Omikron
Es ist immer dieselbe Dramaturgie: Durch Auslassen und falschen Interpretationen von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Studien und Sachberichten, durch gezielt gesetzte Kampfbegriffe, diffamierende Bemerkungen, bewusst falsche politische Deutungen und angstmachende Auslegungen bekannter Tatsachen wird Stimmung gemacht gegen – ja, gegen was eigentlich? Autoren wie Uwe Harden operieren damit und behaupten dann, in ihrer Meinung unterdrückt und von einer imaginären „Meinungsmehrheit“ bekämpft zu sein.
In den beiden o.g. Artikeln wendet sich der SPD-Politiker, Ex-Bürgermeister und Journalist (!), der nach eigenem Bekunden seit zwei Jahren keine Tageszeitungen mehr liest und keine Fernsehnachrichten mehr sieht, gegen das „Meinungsdiktat“, die „Täuschung des Volkes“ und die „Nötigung zu Impfungen“ in einer Zeit, in der sich verantwortungsvolle Menschen – manchmal zwar mit ungutem Gefühl – impfen lassen aus Solidarität mit Kindern, die noch nicht geimpft werden können und mit Alten, die besonders gefährdet sind. Das tun sie ausdrücklich auch als gute Demokraten während sog. „Spaziergänger“ pöbelnd durch die Straßen ziehen. Eine Haltung, wie sie Herr Harden hier wieder einmal zeigt, ist zutiefst verstörend und macht mich wütend.
Die pandemische Entwicklung in den Ländern Europas miteinander zu vergleichen oder gar Schlüsse für Deutschland aus den Maßnahmen in anderen Ländern zu ziehen (wie Harden es darstellt) ist aus wissenschaftlicher Sicht unzulässig, weil Bevölkerungs- und Altersstrukturen, Zeitpunkt und Intensität der Maßnahmen, klimatische und städtebauliche Unterschiede etc. extrem unterschiedlich sind und das Pandemiegeschehen stark beeinflussen. Ein Vergleich mit Israel (dort steigen die Infektionszahlen übrigens gerade „explosionsartig“, HA vom 29.1.) oder Schweden (dort sind wegen der lockeren Eindämmungspolitik anfangs unverhältnismäßig viele ältere Menschen gestorben, ebenso wie in Großbritannien) oder in Dänemark (dort ist die Impfquote deutlich höher als in Deutschland) oder Südafrika (dort gibt es eine wesentlich jüngere, ethnisch ganz andersartige Bevölkerung) etc. sind unzulässig. Wer diese Vergleiche mono-kausal anstellt, argumentiert bewusst manipulierend. Sie zudem als gute Beispiele im Vergleich zu Deutschland und als Begründung gegen eine Impfpflicht bei uns heranzuziehen ist falsch und unterstellt, dass bei uns bestimmte Mächte („Krank ist unser Machtsystem“, tkp.at) – „Kanzler Scholz und Lauterbach haben … geleugnet (oder gelogen?)“, Harden) – am Werke sind; es wird eine Verschwörung unterstellt.
Im Elbmarscher-Artikel bezieht sich Herr Harden in Anlehnung an Rolf Dobelli auf den „gesunden Menschenverstand“ als Orientierung und geeigneten Maßstab für Entwicklung. Wenn es danach ginge, dann hätte Deutschland in den 50er Jahren die Todesstrafe eingeführt (75 % waren dafür); sogar 2017 waren noch 32 % der Deutschen für deren Einführung. Der gesunde Menschenverstand (was ist das eigentlich genau?) kann und darf nicht entscheidend sein für unser Wertesystem.
Dass Herr Harden ein Buch gelesen hat, ist nicht sonderlich erwähnenswert. Dass ihm das aber wichtig genug erscheint, das zum Anlass für einen Artikel zu nehmen, schon eher. Und dass er dann noch den „armen“ Buchautor Rolf Dobelli benutzt, wieder einmal seine leicht verschwurbelten Ansichten in der bekannten unkonkreten Art der Leser*innenschaft in der Elbmarsch zu präsentieren, ist schon ärgerlich. Seifenblasen-Thesen und Schlagworte wie „Meinungsdiktat“ und „zur Impfung nötigen“, die er verwendet, sind bekannt von Impfgegnern und tragen Merkmale von Verschwörungsmythen. Für solche Verirrungen kann Rolf Dobelli, ein begnadeter Roman- und Sachbuchautor wahrlich nicht herhalten. Die Begründung für Dobellis News-Verzicht – von Harden als Blaupause für seine eigene Zeitungs- und Fernsehnachrichten-Abstinenz (und das als Journalist) benutzt – gibt Dobelli (selbst Vielschreiber) an zahlreichen Stellen in seinen Büchern: Es geht Dobelli um Reizüberflutung und Medien-Überkonsum, was seiner Meinung nach dazu führen kann, eigenes Denken zu behindern. Dobelli selbst hat bis vor zehn Jahren für die Zeit, die FAZ, den Stern, das Handelsblatt, den Economist, die NZZ, die Financial Times (um nur einige zu nennen) geschrieben und betont, dass er heute keine „News“ (gemeint sind Kurznachrichten) aus den o.g. Gründen mehr lese. Die sehr klugen Veröffentlichungen von Dobelli (auch das von Harden erwähnte neueste Werk) sind intellektuelle Delikatessen, sie betonen den Wert selbständigen, kritischen Denkens, aber sie können nicht herangezogen werden, um die Ansichten Hardens und sein Verständnis von der Rolle der Medien in Coronazeiten zu begründen.
Für die in der Rubrik Meinung und Analyse der Elbmarscher-Website hinterlegten Literaturhinweise und Quellen müssen wir Herrn Harden ausgesprochen dankbar sein, denn sie entlarven – wenn man ihnen nachgeht und genau recherchiert – das ideologische Gedankengebäude der Verschwörungsgläubigen. Die aufgelisteten Quellen stammen zum einen aus „tkp.at“, einem österreichischen Blog des bekannten Impfverweigerers und Verschwörungsideologen Peter F. Mayer, wo Meinungen und größtenteils widerlegte Studien veröffentlicht werden und zum anderen aus dem liberal-konservativen Meinungsmagazin „Tichys Einblick“. In diesem ist z.B. ein Artikel, überschrieben mit der provozierenden Formulierung „Der Spaziergänger als Staatsfeind“ – so, als ob es sich wirklich um harmlose Spaziergänger handeln würde. Tatsächlich sind es oft gewalttätige Teilnehmer nicht-genehmigter Demonstrationen, die ihr illegales Tun einfach zum Spaziergang erklären, wenn sie Ministerpräsidentinnen bedrohen oder Krankenhäuser blockieren. In diesem Magazin wird von „Impfzwang“ geredet und empfohlen, sich zu infizieren („Schmutzige Impfung oder saubere Infektion?“). Wie zynisch ist das denn angesichts von mehreren Hunderttausend Coronatoten in Europa?
Die andere Quelle, die bei Herrn Harden besonders häufig herangezogen wird, ist der Blog tkp.at von Peter F. Mayer, einem Physiker, nachweislich der rechtspopulistischen FPÖ nahestehend, der in der österreichischen Presse (nachzulesen im „Standard“) wesentlich dafür verantwortlich gemacht wird, dass die Covid-Impfquote in Österreich hinter alle west- und nordeuropäischen Länder zurückgefallen ist. Er ist einer der Wortführer der Impfskeptiker in Österreich. In seinen Beiträgen wirft er die Frage auf „Wie krank ist unser Machtsystem?“ und – an Impfwillige gerichtet – „Sind Sie auch für Vergewaltigung?“. Er nennt das mit großer Mehrheit vom österreichischen Parlament beschlossene und von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortete Impfgesetz „Impfzwanggesetz“. Diese unfassbaren Beispiele ließen sich noch beliebig fortsetzen.
Alle diese Quellen (Herr Harden nennt sie Informationen) sollen ihm als Belege für die eigene freiheitliche Meinungsbildung dienen, die er so interpretiert: „Andere Meinungen zu haben, zu anderen Erkenntnissen gelangt zu sein und die auch noch aussprechen – damit wird man schnell zum Leugner. Leugner ist derzeit jeder, der Mehrheitsmeinungen widerspricht …“. Nein, ich widerspreche Ihnen, Herr Harden und behaupte, dass Sie in einem erschreckenden Maße verschwörungstheoretischen, z.T. rechtsradikalen Thesen, Behauptungen und Ideologien aufgesessen sind. Mit Ihren Literatur- und Quellenangaben zu Ihrem Beitrag auf der Elbmarscher-Website bestätigen Sie gewollt oder ungewollt, was man von Ihren Thesen zu halten hat. Manchmal ist es besser, sich umfassend, vielseitig und kritisch zu informieren, zu recherchieren und nachzufragen, statt auf Nachrichten zu verzichten und sich auf einseitige, z.T. sehr fragwürdige Meinungen aus dem Internet zu verlassen.
Wir müssen alle aufpassen, was da so scheinbar kritisch, manchmal oberflächlich betrachtet z.T. glaubhaft und in harmlos scheinenden Artikeln veröffentlicht wird. In der sozial-wissenschaftlichen Literatur wird Verschwörungsfantasie auch oft als „paranoider Stil der Welterklärung“ bezeichnet; irgendwie ganz zutreffend, wenn man sich vergegenwärtigt, was so alles in Pandemiezeiten geschrieben wird.
Ich sehe in dem Streit um Covid eine Überschätzung der Erkenntnisfähigkeit des Menschen. Jeder kann nur die
Dinge erkennen, analysieren und bewerten, die er sich anschaut. Eine tiefe Wissenschaftliche Analyse setzt meist eine starke Begrenzung des Anschauungsraumes voraus , und so kommen bereits Kinderärzte , die auch die psychosomatischen und entwicklungsbedingten Zusammenhänge anschauen zu anderen Einschätzungen zum Umgang mit Viren als Virologen. Noch größer wird der Unterschied, wenn man Psycholgen oder Ökonomen fragt.
Corona und der Umgang damit wirkt aber in viele Lebensbereiche hinein. Es gibt also nicht „die Wissenschaft“, der man glaubt oder nicht, sondern die Wissenschaften deren Erkenntnisse die Laien gegeneinder abwägen müssen, ohne sie in der Tiefe nachvollziehen zu können. Letzteres dürfte allerdings keinen Autofahrer fremd sein, der seiner Werkstatt entweder vertrauen muss , wenn diese Teile austauschen will, oder viel Zeit und Geld für alternative Bewertungen aufwenden muss. Da Omikron keine Zeit lässt, handelt man hier eben unter unvollständiger Information.
Der Kampf um die eine alleinseligmachende Wahrheit hilft hier nicht weiter. Mann sollte ihren Besitz daher auch nicht vortäuschen. Wenn man wissenschaftliche Studien nicht inhaltlich bewerten kann, weil man kein Fachwissenschaftler ist, sollte man das Quellenumfeld prüfen. Telegram ist jedenfalls kein seriöses Umfeld. Dort verabreden sich Hetzer, die z.B. den Sturm auf das Capitol in Washington gesteuert haben oder feiern die Ermordung pfälizischer Polizisten.
Zahlen können nur immer das beschreiben , was auch gemessen wird.
Wenn schwere Krankheitsverläufe überwiegend bei älteren Leuten auftreten und diese zu 100 % geimpft sind führt ein Vergleich geimpfte zu ungeimpften Personen in die Irre, weil letztere nur jüngere Leute sind. Das ist offenbar in Schottland so. Die Schwere der Ansteckung kann von der übertragenen Virenmenge abhängig sein. Bei Atemweginfektionen ist das von der Lebensdauer der Aerosole abhängig. Bei trockener Luft im Sommer oder bei Frostwetter lösen die sich schneller auf. Deshalb sind bei uns meist Übergangswetterlagen die epedemie-intensiven Zeiten. In Südafrika war Frühsommer als sich dort Omikron ausbreitete. In ärmeren tropischen Ländern halten sich fast alle Menschen in gut durchlüfteten Räumen auf, sofern sie nicht im Freien sind. Wenn man keine Fenster schließen kann, braucht man über das Öffnen der selben gar nicht erst zu reden, Erfahrungen können deshalb nicht einfach von Land zu Land übertragen werden.
Es bleibt also nur , im eigenen Land Erfahrungen zu sammeln und sich vorsichtig an einen angemessenen Umgang mit der Epidemie heranzutasten. Hierbei ist auch zu beachten, das Menschen an verschiedenen Orten völlig unterschiedlich mit Regeln umgehen. Die selben Regeln des Frühjahrs 2020 die in Hamburg den Verkehr um 2/3 reduzierten, reduzierten ihn in München nur um 1/3. In Schweden vertraut den Behörden („myndihet“ = „Vormund“) und folgt ihren Empfehungen , als wären sie Gesetze. Ich selber habe im Umgang mit Kollegen in Frankreich erlebt, dass dort komplizierteste Regeln entwickelt und verkündet werden, das tatsächliche Verhalten stimmt man allerdings mit seinem Chef an der Kaffeemaschine ab. Deutschland erscheint mir da wie eine Art Marmorkuchen mit schwedischen und französischen Anteilen. Hamburger Arbeitskollegen sagten einmal, das südlich der Elbe Sizilien beginne. Vor diesem Hintergrund sind einheitliche starre Bundesweite Regeln ein Übel. Da aber die Menschen über regionale Grenzen hinaus in engen Austausch stehen , müssen die Regeln mit denen von Nachbargebieten abgestimmt werden.
Das Sicherheitsdenken geht in diesem Land aber zu weit, weil es zu kurz greift. Der Infektionschutz wird ohne Rücksicht auf die Nebenwirkungen durchgezogen auch wenn die Betroffenen dadurch massenhaft das Vertrauen in diesen Staat verlieren. Manche Rezeptpflicht erzeugt nur gefährliche Schwarzmärkte und formale Sachkundeanforderungen für den Zugang zu Schädlingsbekämpfungsmitteln erzeugen Rattenplagen, weil die Bekämpfung zu aufwendig wird.